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Woran wir glauben

Was ist uns Baptisten wichtig und prägt uns?

 

• Die Bibel. „Mit der Reformation bekennt sich der Baptismus zum Grundsatz, allein die Heilige Schrift als Richtschnur für Glauben und Leben anzuerkennen. Die Bibel – wie sie unter der Anleitung des Hl. Geistes von ihrer Mitte, von Christus her, zu verstehen ist – bleibt für die Lebensgestaltung des Christen wie für die Gemeindeordnung verbindlich.“ Dabei ist „die Schriftauslegung Sache der versammelten Gemeinde, da der einzelne Christ durch den Hl. Geist zum rechten
Verstehen der Bibel angeleitet wird, selber aber auch Korrektur und Ergänzung durch die Gemeinde bedarf.“


• Die Gemeinde. Jede Ortsgemeinde versteht sich als Manifestation des einen Leibes Christi und ordnet ihr Leben und ihren Dienst selbst. Die Gemeinde ist als Leib Christi geschwisterlich-interdependent strukturiert. „Das allgemeine Priestertum aller Gläubigen ist die der christlichen Gemeinde von ihrem Herrn gegebene Grundstruktur.“ Nicht alle haben die gleiche Funktion, aber alle haben die gleiche
Wertigkeit im Leib und wirken durch die jedem verliehenen Geistesgaben an der Erfüllung des Dienstes der Gemeinde in der Welt mit (1.Korinther 12, Römer 12,3-8, Epheser 4,7-16). Baptisten lehnen hierarchische Strukturen ab. Kein Dienst ist grundsätzlich einem Amtsträger (Pastor) vorbehalten.


 Die Taufe. Für Kinder gibt es auf Wunsch eine Kindersegnung. Unmündige Kinder und Heranwachsende gelten als „geheiligt“ (1.Korinther 7,14), bis sie ihre eigene Entscheidung fällen. Taufen werden im Rahmen eines Gottesdienst vollzogen. Die Taufe wird als Antwort Gottes auf die persönliche Glaubensbezeugung des Täuflings
verstanden. Nach dem Bekenntnis zu Christus wird der Täufling mit der trinitarischen Taufformel („Im Namen des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes“) rücklings in Wasser gelegt und wieder herausgehoben. Er taucht dabei völlig unter. Als Zeichen des Sterbens und Auferstehens in, mit und durch Christus. Mit der Taufe ist der Glaubensweg nicht abgeschlossen, sondern beginnt.


• Der Gottesdienst.
 Der Gottesdienst ist durch die erwünschte breite Gemeindebeteiligung geprägt. Die Predigt hat großes Gewicht. Doch auch Singen, Beten, Stille, Austausch über Anliegen oder glaubensstärkende Erlebnisse haben ihren Platz.


 Das Abendmahl. Wird zumeist einmal im Monat gefeiert. Die Einladung ergeht an alle, die an Christus als ihren Herrn glauben.

 

 Die Gemeindeversammlung. Die letzte geistliche Verantwortung für den Weg der Gemeinde sehen Baptisten in der internen Gemeindeversammlung, in der alle Angelegenheiten gemeinsam entschieden werden. Man achtet darauf, dass eine möglichst weitgehende Einmütigkeit erreicht wird. All dies erfordert einen reflektierten Umgang mit den Fragen der Leiterschaft und Autorität.


 Die Finanzierung. Alle Ausgaben der Gemeinde, inklusive Bezahlung für die hauptamtlichen Mitarbeiter, werden aus freiwilligen Beiträgen bestritten. Der Zehnte (d.h. 10% des Einkommens) gilt als biblische Regel, wird aber nicht eingefordert, sondern nur empfohlen.


• Die Gewissensfreiheit. Baptisten gehören zu den Vorkämpfern für Glaubens- und Gewissensfreiheit, die sie von Anfang an biblisch begründet haben. Gott achtet den Menschen in seiner Entscheidung, dass er das Heil in Christus annehmen aber auch ablehnen kann. Niemand darf in seiner Glaubensentscheidung unter Druck gesetzt
werden oder bei der Ausübung seines Glaubens benachteiligt werden.


• Die Trennung von Kirche und Staat. Die christliche Gemeinde ist Zeichen der zukünftigen Gottesherrschaft und lebt damit als analogielose Größe in dieser Welt. Eine freie Kirche in einem freien Staat ist das christliche Ideal nach baptistischer Überzeugung. Wobei sich Baptisten sehr wohl politisch engagieren.


• Die Gemeinde und Mission. Da wir Baptisten das gesamte Glaubensleben als bewußte Antwort auf Gottes Wort verstehen, hat Evangelisation und Mission (verbunden mit Diakonie und dem Zeugnis des Einzelnen in Wort, Tat und Wandel) primäre Dringlichkeit. Die Verpflichtung zur Erfüllung des großen Sendungsbefehles von Matthäus 28 „...geht hinaus in alle Welt und macht zu Jüngern, lehrt, tauft...“ gehört zur Gemeinsamkeit aller Baptisten.


 Die Einheit der Kirche Jesu Christi. Überkonfessionelle Zusammenarbeit war für uns Baptisten von jeher ein hohes Gut, da wir uns noch nie für die allein wahren Christen hielten. Wir Baptisten waren bei der Gründung der ältesten ökumenischen Bewegung, der Evangelischen Allianz beteiligt (1846 in London). Wir arbeiten in
freikirchlichen Zusammenschlüssen mit, in ökumenischen Plattformen und im ökumenischen Rat. In Oberösterreich sind wir Gründungsmitglied des Forums Christlicher Kirchen in OÖ.